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William

Anzahl der Beiträge: 958 Anmeldedatum: 07.02.12
Character Sheet Age: 21 Race: Werwolf Combat Level: Stufe 2
 | Thema: Schneetreiben So Feb 12, 2012 5:38 pm | |
| England im Winter der viktorianischen Zeit. Niemand hatte bisher einen solch strengen Frost über London erlebt. Die Temperaturen sinken auf teilweise zweistellige Minusgrade. Deshalb bleibt oftmals auch die Schifffahrt aus und die Versorgung wird knapp. Während die Menschen und Wesen der Stadt strenge Rationen einhalten müssen Platzen die Waisenhäuser aus allen Nähten. Die oftmals improvisierte Kältedämmung der Straßenkinder reicht nicht mehr aus, weshalb die meisten von ihnen Schutz in eben jenen Einrichtungen suchen. Trotz der Hilfe durch Kirche und Krone können diese aber leider nicht mehr alle Kinder aufnehmen und müssen einen Teil der vor Kälte bibbernden kleinen Menschen abweisen. Die Umwelt scheint feindlich für alle, die nicht reich genug für ein warmes Fleckchen Erde oder genug Brot sind. Auch der junge William musste sich von der Dockarbeit umorientieren. Der Einzelgänger Hilft nun in einer Metzgerei aus, was selbst ihn viel abverlangt. Das im Laden gefrorene Fleisch ist hart und so verdient sich der Werwolf sich jede einzelne Münze nur mit Mühe. Dennoch weiß er das er zu den glücklichen gehört, die einen geschützten Schlafplatz haben. Viele haben diesen nicht, so wie die kleine Neva. Von den Waisenhäusern der Stadt abgelehnt muss sie nun um das überleben Kämpfen. Der größte Feind hierbei ist vor allem die Kälte. |
|  | | Neva

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Character Sheet Age: 12 Race: Human Combat Level: Stufe N
 | Thema: Re: Schneetreiben So Feb 12, 2012 5:59 pm | |
| Neva spürte ihre Finger nicht mehr. Eigentlich empfand sie das als gar nicht mal so schlimm, war es doch besser als das schmerzhafte Prickeln, dass sich zuerst als Reaktion auf die Kälte gezeigt hatte, allerdings war ihr auch klar, dass es kein gutes Zeichen sein konnte. Bei all dem Schnee und der stets gleichbleibenden Kälte war es schwer, die Tageszeit festzustellen, irgendwo schlug eine Turmuhr 8, ob morgens oder abends wusste das Albinomädchen nicht. Fakt war nur, dass sie sich die letzten Stunden m Arbeiterviertel herumgetrieben hatte, auf der Suche nach Arbeit, einem wenigstens schneegeschützten Platz oder jemandem, der ihr etwas Geld oder Essen gab, allerdings ohne Erfolg. Bis gestern hatte sie noch eine abgetragene Männerjacke mit bestimmt hundert Löchern besessen, die zumindest etwas gewärmt hatte, doch sie hatte diese weggegeben. Nicht nur sie war dieser Tage schutzlos der Kälte ausgeliefert, und sie hatte Mitleid mit den bestimmt nicht mal acht Jahre alten Geschwistern gehabt, die ihr halb erfroren auf den Streifzügen durch die Stadt begegnet waren. Sie waren zu zweit, Neva allein, und sie hatte ihnen die Jacke gegeben. Auch jetzt, da sie das Gefühl hatte langsam zu Eis zu erstarren bereute sie diese Entscheidung nicht, obwohl ihr nur im Kleid und selbst ohne Schuhe wirklich zum Heulen zumute war. Wenn es nicht mehr ging, begab sie sich in ein Geschäft oder öffentliches Gebäude, man verjagte sie dann zwar, doch immerhin konnte sie sich einige Minuten aufwärmen. Neva hatte Hunger. Wann hatte sie das letzte Mal etwas gegessen? Musste vorgestern gewesen sein, als sie das Glück hatte einen Botengang erledigen zu können, doch seitdem nicht mehr. Das Knurren ihres Magens war neben ihren Schritten im Schnee das einzige, das sie hören konnte, obwohl sich in ihrer Umgebung sicherlich andere Leute aufhielten. Das Schneetreiben schluckte jedes ferne Geräusch. Neva seufzte, ihr Atem stieg in einem Wölckchen auf. Wird bestimmt alles wieder..., dachte sie zuversichtlich und versuchte zu lächeln. Es gelang nicht, sie spürte ihre Gesichtsmuskulatur nicht mehr. Nach einigen weiteren Schritten musste sie sich hinsetzen. Neva ließ sich erschöpft gegen eine Hauswand sinken, niemand würde sie verscheuchen, schließlich fiel sie im Schnee fast gar nicht auf. Sie wollte sich ein wenig ausruhen, nur ein kleines bisschen... Neva wusste, dass es gefährlich war, im Schnee einzuschlafen, doch sie konnte keinen Fuß mehr vor den Anderen setzen und zog die Beine an den Bauch, in der Hoffnung so weniger Wäme zu verlieren. Ihr fehlte bereits die Kraft zu zittern. Nur ganz kurz ausruhen... |
|  | | William

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Character Sheet Age: 21 Race: Werwolf Combat Level: Stufe 2
 | Thema: Re: Schneetreiben So Feb 12, 2012 6:17 pm | |
| William kam gerade von seiner Arbeit. Der rechte Arm, mit den er das Messer durch das Fleisch treiben musste, schmerzte von der harten Arbeit. Er wusste das morgen die Schinderei weitergehen musste. Seit dem kaum noch Schiffe sich so weit in den Norden trauten war bei den Docks einfach keine Arbeit mehr gewesen. Die Folgen für die Arbeiter waren abzusehen. Doch wusste William auch um sein Glück. Nicht jeder, der in diesen Tagen Arbeit suchte würde fündig werden. Innerlich so sehr auf die Kollegen und ihr hoffentlich gutes Wohlbefinden, wäre ihn ein zarter, kaum merklicher Geruch beinahe Entgangen. Wäre in den Straßen so viel Leben wie sonst hätte er ihn wohl wirklich nicht bemerkt. Doch nun, bei dieser Eiseskälte, wo sich nicht mal ein Hund auf die Straße traute nahm er die Witterung auf. Sofort eilte William um die Ecke. Warum konnte er nicht sagen. Doch als ihm seine Augen dann das zeigten, was ihn die Nase schon längst mitgeteilt hatte schreckte er auf. Ein kleines Mädchen, vielleicht 10 11 Jahre, saß nur von einem weißen Kleid geschützt am Straßenrand und kämpfte wohl mit dem Tod. Ohne auch nur eine Sekunde zu zögern riss sich der Werwolf seine Jacke herunter und umhüllte das Kind. Zwar war es nun an ihm zu frieren, aber das Kind konnte er nicht einfach so da liegen lassen. "Hey!" sagte der ehemalige Dockarbeiter und versuchte am Kind wach zu rütteln. Die Reaktion war schwach, aber noch vorhanden. Vielleicht weil William genau weiß wie es ist hilflos zu sein, vielleicht auch weil er sich sonst wie ein Mörder fühlen würde, eines stand für ihn fest: Er musste dem Mädchen helfen. Also nahm der Werwolf das nun eingepackte Menschenmädchen auf den Arm und trug es zu seiner Wohnung. Dort angekommen packte er das Kind sofort auf seine Matratze nur um es mit Decken einzuhüllen. Geld für einen Arzt hatte William nicht, aber er hoffte das schlimmste verhindert zu haben. Immerhin war sie noch ein Kind. |
|  | | Neva

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 | Thema: Re: Schneetreiben So Feb 12, 2012 6:37 pm | |
| Neva war nicht mehr wirklich bei sich, als sie gedämpft Schritte in ihrer Nähe vernahm. Für gewöhnlich fiel sie zwar auf, aber in dieser Umgebung, ebenso weiß wie sie selbst, müsste sie eigentlich niemanden mit ihrer Anwesenheit stören. Sie war so unendlich müde...und doch spürte sie plötzlich neben der Kälte etwas anderes und schlug matt die Augen auf. Sie kannte den Fremden nicht, der mit einem Mal bei ihr war, konnte aber auch nicht fragen. Was machte er da? Wenn sie seine Jacke hatte, würde er doch frieren... Allerdings wurde ihr selbst nun wieder warm genug, dass sie feststellen konnte WIE kalt es eigentlich um sie herum war, und reagierte mit einem schwachen Zittern, das auch anhielt als ihr die Augen wieder zufielen. Wer immer der Fremde da war, er schien ihr nichts böses zu wollen, und da sie sich sowieso außer Stande sah, sich zu bedanken oder sonst etwas zu sagen, konnte sie sich auch einfach an ihn kuscheln, er war warm, viel wärmer als sie vermutet hätte. Oder war sie einfach zu kühl? Neva wusste es nicht, sie schlief ein, zumindest kurzzeitig, und als sie wieder aufwachte befand sie sich an einem Ort, den sie nicht kannte. Nichts von der Kälte war mehr zu spüren, nur der Schmerz in ihren Fingern, die langsam wieder Gefühl bekamen. Mehrere Decken waren zu erkennen, als das Albinomädchen den Kopf drehte und versuchte, etwas mehr auszumachen. Nein, reich war der Besitzer dieser Behausung nicht, aber für diesen Winter war es sicher Luxus. Neva murrte leise, zog die Decken fester um ihre noch immer leicht zitternden Schultern und setzte sich dann vorsichtig auf. Wie lange hatte sie gedöst? Und wo war der Fremde? Sie musste sich doch bedanken. Ihre rötlichen Augen vermochten nach all dem Weiß draußen im Dämmerlicht der Behausung nichts zu erkennen außer Schemen. |
|  | | William

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 | Thema: Re: Schneetreiben So Feb 12, 2012 7:03 pm | |
| William versuchte etwas essbares für das Mädchen zu finden. Allerdings blieb ihm in den Unweiten seiner Wohnung nur eines, was er neben Wasser dem Kind anbieten könnte. Etwas Räucherfleisch, welches er sich heute von der Metzgerei besorgt hatte und eigentlich gegen den eigenen Hunger bestimmt waren mussten nun herhalten. Die Wohnung war wegen der schlechten Isolierung zwar recht kalt, doch war man hier um vieles besser geschützt als auf der freien Straße. William wollte dem Kind möglichst viel ruhe Gönnen, weshalb er lange zögerte nach dem Mädchen zu sehen. Doch irgendwann überwand er sich und fand wache rote Augen vor. Weiße Haare, rote Augen. In einem anderen Kontext hätte man sie wohl für eine Schneehexe halten können die an diesem furchtbaren Wetter erst schuld ist. Dachte sich William belustigt. Er für seinen Teil wusste zwar nicht von der Existenz von Hexern, wohl aber um die Existenz des Übernatürlichen. Immerhin war er selbst schon seit langer Zeit kein Mensch mehr. "Gut du bist wach." sagte der Werwolf und lächelte das Kind sanft an. "Brauchst du etwas? Hast du Hunger?" fragte der Mann nach und hielt dem Kind etwas Räucherfleisch entgegen. Auch William selbst war mal ein Straßenkind. Schmerzlich erinnerte er sich wie er in diese Lage kam und wie hart das Leben damals war. Keine Ahnung von seinen neuen Kräften habend musste auch er sich durchschlagen. Nur damals gab es keinen Winter, der diese Ausmaße annahm. So kaschierte William die bedrückenden Gedanken auch weiterhin mit einem Freundlichen und hilfsbereitem lächeln. Es wäre nicht verwunderlich, wen das Kind irritiert wäre. Immerhin wachte sie in einer vollkommen fremden Wohnung auf. |
|  | | Neva

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 | Thema: Re: Schneetreiben So Feb 12, 2012 9:34 pm | |
| Neva erschrak kurz, als sie endlich mehr erkennen konnte und den Fremden sah, der sich gerade in ihre Nähe begab. Es war derselbe wie vorhin, und auch wenn er wirklich nicht bedrohlich wirkte zog sie doch erst einmal die Decke bis unter die Augen hoch, als könne diese sie schützen. Neva ließ die Decke aber rasch wieder sinken, als ihr bewusst wurde dass der Fremde freundlich lächelte, und erwiderte die Geste dann. Sie war sich nicht sicher, aber der Mann hatte sie vor einem Schicksal bewahrt, das dieser Tage viele Obdachlose ereilte, die keinen Schutz finden konnten. "Nein nein, es geht mir schon wieder besser.", sagte sie dann, schielte aber auf das Fleisch, das er ihr anbot. Es war vielleicht sein letzter Vorrat, aber sie hatte das Gefühl gleich vor Hunger zu sterben, also nahm sie sich nur die Hälfte. Bevor sie aber hineinbiss, senkte sie leicht den Kopf und bedankte sich. "Mein Name ist Neva.", sagte sie und strahlte ihn an, "Ich danke Ihnen sehr und stehe tief in ihrer Schuld." Dann erst biss sie hungrig in das Fleisch, das ihr fast sofort etwas Kraft zurückgab. So eine Wohnung zu haben musste toll sein, dachte Neva sich und blickte sich um. Es war zwar nicht perfekt, für ein Straßenkind aber das Paradies. Ihr war bewusst, welches Glück sie gehabt hatte und war diesem jungen Mann dort wirklich mehr als dankbar, für das Essen, die Decken und ihr Leben. |
|  | | William

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 | Thema: Re: Schneetreiben Mo Feb 13, 2012 11:46 am | |
| William erkannte das Decke bis zum Kopf heranziehen als Schutzreaktion. Allerdings war es bei dem, was die Straßenkinder durchmachen mussten nicht sehr verwunderlich. Er selbst war zu mindest 15 als er auf den Straßen leben musste, aber dieses Mädchen... das sie überhaupt für sich alleine sorgen konnte war erstaunlich. "Hallo Neva." sagte William, nachdem sich das Kind vorgestellt hatte und setzte sich neben ihr auf den Boden. "Ich bin William und du schuldest mir nichts." sagte er weiterhin freundlich. Das Kind konnte ihm so wie so nichts geben und William half gerade in diesem Fall gerne. Wie könnte er dann noch etwas verlangen. "Wieso warst du ganz alleine da draußen?" fragte er nach. Innerlich hoffte der eigentliche Dockarbeiter darauf, dass sie irgendwie nur von ihrer Familie getrennt worden war und bald in ein warmes Zuhause konnte. Immerhin kam die Vollmondnacht immer näher und es könnte schwierig werden dem Kind zu erklären wieso sie alleine bleiben muss. Eben so schwierig würde es aber auch werden bis dahin ein Kind durchzufüttern. Alleine auf die Straße würde William sie nicht wieder schicken, so viel stand fest. Er hatte zwar noch keinen Plan, wie es im ungünstigsten Fall ablaufen sollte, aber bei dieser Kälte würde er doch kein kleines Mädchen aus seiner Wohnung schmeißen. Er war vielleicht ein Werwolf, aber kein Sadist. |
|  | | Neva

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 | Thema: Re: Schneetreiben Mo Feb 13, 2012 5:25 pm | |
| Neva hatte schnell ihre gewohnte, offene und freundliche Art zurückerlangt. Sie war von Natur aus optimistisch, und soeben hatte sie wohl eine der bisher schlimmsten Krisen erlebt - wenn man mal davon absah dass sie irgendwann mal ohne Erinnerung in einem Frachtschiff erwacht war, aber das war was anderes. Das Mädchen wusste nicht, warum der Mann, der sich ihr nun als William vorstellte, ihr geholfen hatte, würde aber auch nicht fragen und abwarten, ob er es selbst erzählen wollte. Wenn nicht, dann ging es sie ohnehin nichts an und sie sollte einfach froh sein, nicht erfroren zu sein. William hatte sich zu ihr gesetzt, er meinte gerade, sie sei ihm nichts schuldig. Neva widersprach nicht, sah das aber ganz anders; immerhin lebte sie wohl nur dank ihm noch, und auch wenn sie keine Wertsachen besaß, die sie hätte hergeben können, suchte sie nun doch nach einer Möglichkeit sich nützlich zu machen. Nicht zuletzt konnte sie gut Dinge reparieren, vielleicht fand sich für diese Fähigkeit Verwendung. Vorher legte das Albinomädchen aber etwas irritiert den Kopf schief, da sie mit Williams Frage nicht wirklich etwas anfangen konnte. Was meinte er? Wieso sie gerade zu dem Zeitpunkt draußen gewesen war, da er sie fand, oder aber warum überhaupt oder warum sie alleine gewesen war? Welchen Schwerpunkt hatte die Frage denn jetzt? Neva sagte einfach, was ihr als erstes einfiel. "Weil ich vorher niemandem begegnet bin, der so freundlich zu mir war wie Sie.", meinte sie, zog sich nach einem leichten Schaudern eine Decke über den Kopf und lächelte den jungen Mann, der ihr großer Bruder hätte sein können, an, "Die Waisenhäuser sind voll und andere Kinder sind kleiner als ich, darum bin ich da nicht hin." Ja, das passte als zusammenfassende Erwiderung gut. Und beantwortete nebenbei auch die möglichen Fragenschwerpunkte. Für Neva war klar, dass sie hier nicht bleiben könnte, zwar wäre es wohl kein Problem den Dauerfrost an diesem Ort auszusitzen, doch in dem Fall müsste William sich um Nahrung für zwei kümmern und das ging nicht, sie würde sich selber etwas besorgen. Schlimm genug, dass Neva vermutlich seinen Tagesablauf unterbrochen sowie sein Bett belagert hatte, sie musste dem Ganzen ja nicht noch die Krone aufsetzen und sich durchfüttern lassen. Zumindest darum würde das Straßenkind sich schon brav selbst kümmern. |
|  | | William

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 | Thema: Re: Schneetreiben Mo Feb 13, 2012 8:04 pm | |
| William musste ein leichtes lachen unterdrücken als er den ersten Teil der Antwort vernommen hatte. So wie das Kind seine Hilfsbereitschaft formulierte müsste man ihn ja fast schon als Weltverbesserer/Heiligen sehen. Natürlich nahm William normalerweise keine Kinder in seiner Wohnung auf, aber normalerweise kamen auch viele Schiffe bis nach London um dort ihre Fracht ab bzw. auszuladen. Es waren wohl schwere Zeiten für nahezu jedermann. Umso wichtiger war es sich nun einander zu helfen und das beste aus der Situation zu machen. Auch das Kältebedingte schaudern nahm er war. Leider war das Heizen in dieser Wohnung nahezu unmöglich. "Die Wohnung ist kalt. Wen du herumlaufen willst kannst du dir eine Jacke nehmen." meinte William so offen und freundlich als hätte er einen alten Freund bei sich zu Gast. Auf das gesagte mit den Waisenhäusern wollte William lieber nicht eingehen. Es war schwer für elternlose Kinder überhaupt zu überleben und nun war die einzige Anlaufstelle überfüllt. Keine Situation die William gefiel. "Draußen ist es zu kalt für dich." sprach der Werwolf nun seine größte Sorge aus. "Wen du willst kannst du hier bleiben bis es milder wird." sprach er nun seinen Plan aus und wartete erst auf eine Reaktion des Kindes. William wusste das es viele Kinder gab die wegen der Grausamkeit ihrer Eltern geflohen waren und lieber rastlos durch die Stadt schlenderten als einem Erwachsenen wirklich zu vertrauen. Glücklicherweise war es bei diesem Kind anders. |
|  | | Neva

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 | Thema: Re: Schneetreiben Mi Feb 22, 2012 7:00 pm | |
| Neva spürte langsam, wie sie ihre eigene Körperwärme an die Decke abgab und es um sie herum so warm wurde wie seit Monaten nicht. Ihre Antwort schien den Mann - wie alt er wohl war? - schmunzeln zu lassen, doch er antwortete nicht direkt darauf. Vielleicht war ihm das Thema unangenehm, deshalb ging auch das Albinomädchen nicht weiter darauf ein. Sie schüttelte den Kopf, als er ihr eine Jacke anbot, denn sie hatte nicht vor, in naher Zukunft aufzustehen, außer um sein Bett zu räumen; schließlich müsste er ja auch irgendwann mal schlafen. "Danke, aber wenn es okay ist würd ich gern noch ein wenig hier sitzen bleiben.", meinte sie aus ihrem Deckenumhang heraus und lächelte ihn an. Sie wusste nicht, wie lange sie noch diese Decken nutzen könnte, daher sollte sie es nutzen, so lang es ging.
Dann aber sah sie ihn mit großen Augen an, unsicher ob er das gerade wirklich gesagt hatte oder ob sie wegen der plötzlichen Wärme halluzinierte, doch es schien keine Einbildung gewesen zu sein. Dann sprang sie vor, die Decken fielen achtlos beiseite und ihre Muskeln protestierten ein wenig ob der schnellen Bewegung, mit der sie William nun um den Hals fiel. "Danke!!", stieß sie hervor und schmiegte sich außer sich vor Freude an ihn, "Vielen, vielen Dank!" Das bedeutete doch, nicht mehr ständig zu fürchten, irgendwas steifgefrorenes bräche von ihren Extremitäten ab, oder? Sie würde schlafen können...schlafen! Sie würde nicht mehr durch ihr eigenes Zittern wachgehalten werden. Eigentlich hatte sie dem jungen Mann noch sagen wollen, dass sie sich selber um ihr Essen kümmern wollte und nur dann, wenn es zu kalt wurde auf Dauer, seine Räume würde in Anspruch nehmen wollen würde, hatte eigentlich fragen wollen ob sie auch nicht störte, ihn oder andere eventuelle Mitbewohner, doch die schlaflosen, eisigen Nächte forderten ihren Tribut. Die ganze Zeit hatte sie sich mühsam wachgehalten, doch hier könnte sie schlafen ohne Angst zu haben, nicht wieder aufzuwachen. Das schnelle Vorspringen hatte Neva nun aber wirklich den Rest gegeben, ihre Reserven waren am Ende ebenso wie die sorgenvolle Zeit, in der sie nicht wusste wo sie schlafen sollte. Demzufolge konnte sie nichts machen, ihr Griff um seinen Nacken lockerte sich etwas und sie sank ein wenig in sich zusammen, als ihr nun endlich die Augen zufielen. Schlafen...nur ein bisschen schlafen. Auch wenn sie sich vielleicht einen strategisch ungünstigen Platz dafür ausgesucht hatte - nun, gar nicht mal so unklug, denn immerhin hatte das, woran sie sich gerade kuschelte, Eigenwärme. |
|  | | William

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 | Thema: Re: Schneetreiben Mi Feb 22, 2012 7:35 pm | |
| Für den Arbeiter war es nur verständlich dass das Kind nicht aufstehen wollte. Wer wusste schon wie lange sie ohne wirkliche Wärmequelle und ohne einem Dach über dem Kopf war. Sicherlich war sie erschöpft und ausgelaugt. Von dieser Vorstellung zwar nicht gerade begeistert, aber froh dass das Kind überhaupt noch lebte wollte er sich schon erheben bis das Kind aufsprang. Mit einem mal hatte es William geschafft alle Lebensgeister in ihr zu Mobilisieren und sie in einem Quell der Freude zu tauchen. Es rührte ihn wie das Kind seine Dankbarkeit offen legte. Sie schien ein wirklich gutes Mädchen zu sein, vielleicht etwas eigenartig, aber überaus freundlich. William konnte sich kaum noch an seine Kindheit erinnern, doch in den Fetzen die er noch in seinem Kopf hatte war er niemals so glücklich gewesen. Wahrscheinlich hatte es William dafür immer zu gut gehabt und seine Eltern zu viel Geld. Er wusste damals nichts von Sorgen und Nöten und so hatte er nie das Glücksgefühl sie zu überwinden. Das hieß bis zu jenem verhängnisvollen Tag. Doch schon schien das Mädchen sich überanstrengt haben und drohte zusammen zu sacken. Sofort schloss William seine Arme um das kleine Mädchen um sie vor einem möglichen Sturz zu bewahren. Dann legte er sie sanft in ihr Bett und deckte sie sorgfältig zu. "Keine Ursache." flüsterte er noch zu dem Schlafenden Kind. So langsam wurde es auch für William Zeit zur Nachtruhe. Also legte er sich, angezogen wie er war einfach in einigem Abstand auf einige seiner so wie so wild umherfahrenden Klamotten. Zwar war dies nicht so Bequem wie die Matratze, doch er würde den Teufel tun das Kind in seiner Ruhe zu stören. |
|  | | Neva

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 | Thema: Re: Schneetreiben Do Feb 23, 2012 9:07 pm | |
| Neva bemerkte nicht mehr, dass sie gefangen, abgelegt und zugedeckt wurde. Zu tief war der ohnmachtähnliche Schlaf, schon Sekunden nachdem sie die Augen geschlossen hatte, als dass sie noch irgendwas von außerhalb wahrnahm. Es war eine nicht bewusste Reaktion, dass sie leicht lächelte, sich bald schon zusammenrollte und die schmalen Finger in die sie umhüllenden Decken grub, bevor sie mit einem leisen Seufzen endgültig ins Reich der Träume abglitt. Das Albinomädchen träumte wirres Zeug, das aber zu ihrer allgemeinen Lage passte, wenngleich nicht ganz klar war, warum. Es war ein guter Traum, sie schlief zum ersten Mal lange genug um einen zu haben. Sie sah eine üppige Sommerwiese mit grellfarbigen Blumen, auch wenn ihr bisher neonpink nie als Farbe für Blumen in den Sinn gekommen war, altrosa-metallic und einige sogar durchsichtig. Irgendwo in der Ferne erklang hsterisches Lachen und ein blondes Mädchen in Nevas Alter raste übermütig hopsend an ihr vorbei, ein irgendwie seltsam aussehendes einhörniges Pony jagend. Das Albinomädchen wunderte sich über diese Verhaltensweise, spätestens als das andere Mädchen das Pony um einen Baum jagte, es mit dem Schrei "Mondstein, flieg und sieg!" mit irgendwas unter Beschuss nahm und auch sonst sehr, sehr komische Dinge tat und sagte. Aber Neva fand es witzig, sie lachte, sang und rannte dann ebenfalls hinter dem einhörnigen Pony her, immer um den Baum herum, bis das Wesen wie eine Seifenblase platzte.
Über dem enttäuscht verzogenen Gesicht des blonden Mädchens wachte Neva wieder auf. Licht fiel, reflektiert vom Schnee, durch die kleinen Fenster und ließ wie immer keinen Schluss zu, wie spät es überhaupt war. Das Mädchen sah sich um und kniff sich dann in den Arm - es tat weh, also träumte sie nicht mehr. Sie war wirklich noch in einer wetterfesten Wohnung auf einer weichen Matratze unter wärmenden Decken! Und sogar William war noch da, schlief seelenruhig auf dem harten Boden. Er muss doch frieren... Die Decken noch über sich geworfen krabbelte Neva ein Stück vom Bett herunter, herüber zu dem jungen Mann. Sie berührte ihn sacht an der Schulter, er würde sich erkälten wenn er weiter auf dem ungeheizten Boden schlief. Neva fühlte sich ein wenig schuldig, weil sie ihm sein Bett in gewisser Weise geklaut hatte, und nun weil sie nicht daran gedacht hatte, dass sie ihn vielleicht zu früh weckte. Immerhin hatte sie keine Ahnung, wie lange sie nun schon schlief, was wenn er noch sehr müde war? Daran hätte sie eher denken müssen...Unschlüssig ob sie sich noch bewegen sollte blieb Neva sitzen, eine Hand auf der Schulter Williams. |
|  | | William

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 | Thema: Re: Schneetreiben Mo Feb 27, 2012 1:27 pm | |
| Williams schlaf war so ruhig wie sonst auch immer. Mehrere wirre Träume, an die sich der Werwolf nach seinem erwachen nicht mehr erinnern sollte, machten die Runde, doch während seiner Nachruhe passierte nichts aufregendes. Dass hieß bis ihn etwas zu berühren schien. William, auch sonst immer ein entspannter Kerl ohne all zu viel Furcht vor irgendwelchen Angreifern, machte nur langsam die Augen auf. Wer will den jetzt was von mir? Dachte er sich halbverträumt. Erst als er halbwegs scharf sehen konnte drehte er sich langsam zu dem Ding, welches ihn berührte. Weißes Haar und leicht rötlich schimmernde, große Augen sahen den Dockarbeiter an. Noch total verpennt mit der Zunge schnalzend rang er sich zu einem kaum verständlichen "Guten Morgen" hin. Erst langsam richtete sich der Werwolf auf während der Big Ben seine Stimme über die Stadt erhob. William streckte sich während er dem übermäßig lauten Glockenschlag hörte. "Scheint als müsste ich bald los." Meinte er noch ehe er sich erhob und in das größere der beiden Zimmer ging. "Ich werd dir etwas zu essen dalassen. Nach der Arbeit werd ich mal schauen ob ich was besseres als eine reine Fleischdiät auftreiben kann. So lange musst du mit dem Trockenfleisch vorlieb nehmen und kannst dich noch ausruhen." rief er ihr von dem anderen Zimmer zu. William musste sich echt was überlegen. Aber im Moment war es nur wichtig etwas Nahrung für die Kleine auf den Tisch abzulegen und sich damit abzufinden bald in Richtung Arbeit marschieren zu müssen. |
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